Zum Thema „Übergewicht“ hatte das Stiftungsklinikum Mittelrhein in Koblenz in seiner Reihe „Medizindialog“ interessierte Besucher eingeladen. Dass Übergewicht sehr weit verbreitet ist und als Volkskrankheit bezeichnet werden kann, zeigte auch die große Teilnehmerzahl.
Menschen mit Übergewicht - in Deutschland sind es 37 Prozent – leiden nicht nur bei der Gestaltung alltäglicher Verrichtungen, sie werden auch oft verspottet, haben Nachteile im Beruf oder sind gesundheitlich angeschlagen. Wie man den überflüssigen Pfunden zu Leibe rücken kann, das erfuhren die Besucher von Almut Otte und Prof. Dr. Samir Said vom Stiftungsklinikum.
Almut Otte ist Leiterin des Zentrums für Ernährung und Adipositastherapie am SKM. Sie stellte die konservative Methode der Behandlung von Adipositas (Übergewicht) vor. Im Stiftungsklinikum werden die übergewichtigen Personen in ein sechsmonatiges Programm aufgenommen. In einer Gruppe von 10 bis 15 Teilnehmern erhalten sie einmal pro Woche eine umfangreiche therapeutische Betreuung: Ernährungsberatung, Bewegungsübungen, medizinische und psychologische Unterstützung sind Teile des Programms. Später können sich die Betroffenen einer Selbsthilfegruppe anschließen.
Bei Menschen mit sehr starkem Übergewicht, die eventuell noch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder starken Gelenkverschleiß haben, gibt es die Möglichkeit einer Operation. Diese Adipositaschirurgie wurde von Prof. Said, Klinikdirektor und Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Stiftungsklinikum Mittelrhein, vorgestellt. Am Evang. Stift in Koblenz werden diese Operationen erfolgreich durchgeführt. Es gibt drei Möglichkeiten, die Magenfunktion einzuschränken: durch Magenband, Magenschlauch oder Magen. Die Operationen stellen keinen großen Eingriff dar. Der Patient kann schon nach wenigen Tagen die Klinik verlassen. Auch die Operationsmethode ist schonend und erfolgt mit Hilfe der Knopflochchirurgie.
Allerdings, so betonte Professor Said, ist die chirurgische Adipositasbehandlung nicht mit einer Schönheitschirurgie zu verwechseln. Es muss eine eindeutige vorliegen, also sehr starkes Übergewicht mit der Gefahr von Sekundärerkrankungen und der Patient muss zuvor ein konservatives Programm zur Gewichtsreduzierung absolviert haben. Die Krankenkassen haben hier sehr strenge Vorschriften. Er empfahl allen, die eine Operation ins Auge fassen, eine umfassende Beratung in Anspruch zu nehmen.