Mit ihrem Lachen hat sie alle angesteckt: Mila Jurincic und Dr. Ulrich Albers. Der Chefarzt im Stiftungsklinikum Mittelrhein freut sich mit seiner Patientin über das sehr gute Ergebnis.
Mila sitzt strahlend vor mir. Sofort hatte sie eingewilligt, die Geschichte von ihrer schweren Erkrankung zu erzählen. „Ich will doch anderen Frauen Mut machen“, erklärt die Frau, die vor zwei Jahren die Diagnose Brustkrebs ertragen musste.
„Es war ein Schock“, erinnert sie sich. Als die Operation auf mich zu kam, war ich aber sehr gefasst und gut informiert. Ich wollte unbedingt eine brusterhaltende OP und keine Bestrahlung.“ Alles verlief soweit auch gut. Der Krebs war vorerst besiegt, aber ästhetisch war sie nicht zufrieden. „Ich achte schon sehr auf mich und meinen Körper“, gibt die zierliche 45-Jährige zu. Sie verrät mir von einigen Auftritten als Model, „aber da war ich natürlich noch jünger“, lacht sie. Regelmäßig ließ sie sich nach der Operation untersuchen und entschloss sich dann zwei Jahre später zu einem Brustaufbau im Stiftungsklinikum Mittelrhein in Koblenz.
Dann kam erneut eine Hiobsbotschaft. Oberarzt Dr. Andreas Sandner entdeckte bei der Voruntersuchung eine Hautmetastase an der Narbe. „Die hat vorher niemand festgestellt, es sah aus wie ein harmloser kleiner Pickel.“ Tief bestürzt fuhr Mila Jurincic erst einmal nach Hause. In der Nähe von Kastellaun fand sie schnell zu ihrem eisernen Lebenswillen zurück. „Meine Familie bedeutet mir alles, das hat mir so geholfen.“ Wieder entschied sie sich gegen Bestrahlung und Medikamente. „Das muss natürlich jeder für sich selber wissen. Ich will niemandem einen Ratschlag geben, aber für mich war es die einzige und richtige Entscheidung.“ Jetzt stand natürlich eine größere Operation an. Statt einem „kleinen Brustaufbau“ musste noch mehr Haut entfernt und die Brustdrüse komplett herausgeschält werden. Silikon war für Mila nie eine Alternative, „ich will etwas, was bleibt.“ Nachdem die Sachbearbeiterin von den Operationsmöglichkeiten im Stiftungsklinikum Mittelrhein erfahren hatte, war die Sache für sie sofort klar. Chefarzt Dr. Ulrich Albers bietet in der Klinik für Plastische, Hand-, Ästhetische und Verbrennungschirurgie mit der mikrochirurgischen Lappenplastik eine Methode an, mit der die Brust ohne Opferung eines Muskels oder den Einsatz von künstlichen Implantaten rekonstruiert werden kann. Haut- und Unterhautgewebe werden aus dem Unterbauch mit den „lebenden“ Gefäßen entnommen und in der Brust wieder eingepflanzt. Diese, mit modernsten Verfahren neu gebildete Brust, entspricht optisch deutlich besser einer natürlichen Brust. Oberarzt Dr. Andreas Sandner weiß, wie wichtig dieser Eindruck ist. „Mittlerweile steht nicht mehr nur allein das Überleben im Zentrum der Therapie, sondern auch zunehmend die Lebensqualität.“ Wichtig sei auch, dass sich das Ergebnis im Laufe der Zeit nicht verändert, wie es bei Implantaten oder dem Versetzen eines Muskels häufig der Fall sein kann. „Dann sind die betroffenen Frauen nicht nur immer wieder grundsätzlichen OP-Risiken ausgesetzt, sondern müssen sich auch jedes Mal erneut mit der für sie belastenden Thematik auseinandersetzen“, ergänzt Dr. Albers.
Mila ist begeistert von dem Ergebnis der Operation. „Es ist so schön geworden“, freut sie sich. „Ich bin total zufrieden und glücklich und danke dem gesamten Team hier!“ Dabei hatte sie ein Problem, um das sie sicherlich viele Frauen beneiden: Mila hatte nicht genügend Fettgewebe am Bauch! „Das war gar nicht so einfach mir was anzufuttern“, lacht sie und fügt hinzu, „es gibt dann auch noch gleich eine kostenlose Bauchstraffung dazu.“ 5½ Stunden hat die Operation allerdings gedauert. Die ersten drei Tage waren auch „nicht so toll“ gibt sie zu, aber danach ging es stetig aufwärts. „Ich bin ein Stehaufmännchen und ein durchweg positiver Mensch. Das ist so wichtig im Kampf gegen eine schwere Krankheit. Man bewirkt unglaublich viel mit Kopf und Herz. Ich möchte anderen Frauen Mut machen, nie aufzugeben!“