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7. September 2011  |   

"Tornado" findet vermisste Menschen

Tornado wird von Hundetrainerin Yvonne Glanzer auf die Suche geschickt. Ihr Mann Hans hält den Hund dabei an der Leine.

 

„Tornado“ ist ein fünfjähriger Alaska-Malamut und ein begeisterter „Mantrailer“. Mit seiner außerordentlich guten Nase ist er in der Lage, einen bestimmten Menschen mitten in der Stadt zwischen all den anderen Gerüchen aufzuspüren. Zum Einsatz kommt „Tornado“ immer häufiger, wenn demente Menschen vermisst werden, weil sie beispielsweise aus dem Altenheim spazieren und den Weg zurück nicht mehr finden.

„Mantrailing ist im Gegensatz zur Flächensuche oder Trümmersuche für die Hunde sehr schwierig“, erklärt die Hundetrainerin von „Sam’s Hundeschule“ aus Mayen, Yvonne Glanzer. „Die Tiere müssen ja nicht nur irgendwo einen Menschen aufspüren, sondern aus einer Vielzahl von Umwelteinflüssen und Menschen einen bestimmten herausfinden. Eine Ausbildung dauert dementsprechend zwei bis drei Jahre.“

Ein Ganztagstraining mit fünf Hunden fand während der heißen Tage auf dem Gelände des Stiftungsklinikums Mittelrhein statt. Das „Lager“ wurde im Parkhaus aufgeschlagen, da dort für Mensch und Tier angenehmere Temperaturen herrschten. Von dort aus ging es in die südliche Vorstadt. „Schon ein kleiner persönlicher Gegenstand genügt den Hunden, um die Spur des Besitzers aufzunehmen“, erklärt Glanzer. Ein Haargummi oder eine Uhr beispielsweise werden den Hunden zur Geruchsaufnahme in einer Plastiktüte, damit keinerlei Beeinträchtigung entsteht, vor die Nase gehalten – und dann geht es los.

Zwei bis drei Kilometer weit kann ein gut ausgebildeter Hund die Spur verfolgen. Sobald er den Besitzer findet, setzt er sich daneben. „Bei allen anderen Hundesportarten führt der Mensch den Hund, hier ist es umgekehrt“, betont die Trainerin und lässt die Hunde immer wieder rund um das Evangelische Stift einen „Vermissten“ suchen.

Mantrailer werden mittlerweile auch bei der Polizei ausgebildet, „aber die haben erst damit angefangen, es gibt auch noch keine einheitlichen Prüfungsregeln“, erklärt Yvonne Glanzer. Der Bedarf jedoch, nach dementen Menschen zu suchen, steigt stetig an.

http://www.mantrailer.de/

 

Quelle: Rhein-Zeitung 7.9.2011

 

 


Pressekontakt
Jutta Weber 

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