Bei Erdaushubarbeiten für die neue Tiefgarage zwischen Stadtverwaltung und Krankenhaus wurden am Donnerstagvormittag drei Gräber aus dem Mittelalter entdeckt. Ob es sich bei den Bestatteten wieder um Mönche handelt, werden die Untersuchungen zeigen, die die Generaldirektion Landesarchäologie unmittelbar aufgenommen hat. Es sind erst ein paar Wochen vergangenen, da wurden Gräber mit Gebeinen aus der Frühen Neuzeit in der Nähe des Karmeliterklosters gefunden.
Knochenfunde auf gleicher Ebene werden durch Grabungstechniker Frank Brüninghau, sowie die Absolventen eines freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) und Schulpraktikanten von der Generaldirektion Landesarchäologie aus Koblenz-Ehrenbreitstein freigelegt. Vorsichtig wird mit Traufel, Pinsel und Schaufel gearbeitet. Stück für Stück legen sie alles mühsam frei, um die Grabanlagen möglichst vor Beschädigungen zu schützen.
Neben den drei Gräbern wurde ein Graben oder eine große Grube mit spätantiker erdiger Füllung bei den Bauarbeiten freigelegt. Die ersten Vermutungen haben sich bestätigt: Im Bereich des ehemaligen Parkplatzes vor der Stadtverwaltung kamen weitere Gräber zutage.
Für diesen Bereich herrscht derzeit Baustopp. Um mögliche weitere Funde nicht zu gefährden, wird vorsichtig Erdreich abgetragen und von den Experten untersucht. Gleichzeitig werden wie beim letzten Fund die Stellen vermessen und sämtliche Daten für die Dokumentation festgehalten. Dennoch liegt die Baustelle nicht komplett still. Die Aushubarbeiten durch den großen Bagger laufen weiter, nur der sensible Bereich der ehemaligen Parkplatzanlage wird derzeit von den Grabungstechnikern untersucht. Munter arbeitet sich der Bagger durch das ehemalige Gartengelände des Krankenhauses, während jetzt auch der Berliner Verbau – eine Holzkonstruktion zur Abstützung des Baulochs zur Heerstraße hin – entsteht.
Quelle: Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Freitag, 17. Juni 2011