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10. Mai 2011  |   

Im neuen Wohnstift geht es familiär zu

100 Senioren haben im neuen Wohnstift Belgrano ein neues Zuhause gefunden. 102 vollstationäre Plätze bietet die Einrichtung. Kurzzeitpflege und der Bereich Betreutes Wohnen sind am Krankenhausstandort geblieben. „Mühsam und mit viel Lauferei verbunden gestaltete sich die Pflegesituation am alten Standort. Auf zwölf Etagen und in drei Wohnbereichen war es nicht mehr übersichtlich, dazu entsprach die technische Ausstattung nicht mehr den heutigen Gegebenheiten“, verdeutlichen Stiftungsvorstand Willi Nickenig und Volker Goedert von der Verwaltungsleitung die Situation, die letztendlich zum rund 9,5 Millionen Euro teuren Neubau führte. Das bisherige Altenheim neben dem Krankenhaus wird als Einrichtung zum Betreuten Wohnen umgebaut.

Die Bewohner sollen sich wohlfühlen, die Pflege rückt daher etwas in den Hintergrund. Wohnwertsteigerung ist die Philosophie des neuen Hauses. Aktivitäten sind für die Gestaltung des Lebensumfeldes wichtig. Auf zwei Etagen mit jeweils 50 Plätzen leben die Bewohner in Einzelzimmern mit Bad. An vier Stellen gibt es Partnerappartements, die von Ehepaaren oder Geschwistern genutzt werden können. Schöne Namen zieren die acht Wohngruppen. Sie heißen Zum Vierseenblick, Zum Rheinsteig, Am Blumenhof, Zur Niederstadt, Kastanienpark, Zum alten Bahnhof, Zum Sabelsberg und Am Weinmarkt. Acht Gemeinschaftswohnzimmer, vier Wohnküchen und viele Sitzmöglichkeiten in der Einrichtung dienen dem gruppenweisen Gespräch oder einer kurzen Rast. Auch das Zurückziehen ins eigene Zimmer ist möglich.

Drei Gärten stehen den Bewohnern zur Verfügung. Der Park mit seinen alten Baumbeständen und der geschützte Innengarten zwischen zwei Gebäudeflügeln sind für demente Bewohner ohne Gefahren nutzbar. Der Garten zur Leiergasse ist offen gestaltet, damit die Bewohner mit den Nachbarn ins Gespräch kommen oder sich zum Boulespielen treffen. Die Bewohner entscheiden an Ort und Stelle selbst, was sie essen möchten. Das lästige Ankreuzen auf Speiseplänen entfällt. Ab und zu backen die Senioren in der Wohnküche oder bereiten gemeinsam einen Kartoffelsalat zu.

Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise erstellt, eine besondere Dämmung und eine dreifache Verglasung verlangen von der Technik des Hauses keine Höchstleistungen mehr, sondern lediglich ein Minimum an Energie. Gerade im Sommer ist das von Vorteil, zumal die Zimmertemperatur trotz großer Hitze konstant bleibt. Agnes Fahr und Marianne Kohl von der Pflegedienstleitung erleben im neuen Einrichtungsgebäude einen spürbaren Wandel. Die Bewohner blühen auf, sie treffen sich in einem der Gärten und kommunizieren. „Besonders das Konzept Wohnküche mit Betreuungspersonal geht auf.“

 

Suzanne Breitbach

 

Quelle: Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 6.5.2011


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Jutta Weber 

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