Start frei für Boppards größte Baustelle: In den nächsten zwei Jahren wird im Zentrum von Boppard kräftig investiert. Es entsteht eine Tiefgarage mit 99 Stellplätzen, und das Krankenhaus wird erweitert und modernisiert. Dafür wird sich das Gartengelände des Stiftungsklinikums deutlich verkleinern.
Gemeinsam an die Spaten traten (von links) Stiftungsklinikum-Geschäftsführer Lutz Hecht, Kuratoriumsvorsitzender Willi Nickenig, Staatssekretär Roger Lewentz, Staatssekretär Christoph Habermann, Landtagspräsident Joachim Mertes, Geschäftsführer Dr. Thomas Hintsch (Kommunalbau Rheinland-Pfalz) und Bürgermeister Dr. Walter Bersch. (Foto: Suzanne Breitbach)
Insgesamt werden 20 Millionen Euro im Herzen von Boppard verbaut. Den Löwenanteil hat dabei das Stiftungsklinikum Mittelrhein, das mehr als 15 Millionen Euro am Standort investieren will. Einen warmen Geldsegen gab’s aus den Händen von Staatssekretär Christoph Habermann, der in Vertretung von Gesundheitsministerin Malu Dreyer an den Mittelrhein reiste und gleich zwei Förderbescheide in einer Gesamthöhe von 4 Millionen Euro übergab. 6,2 Millionen Euro kosten der Umbau und die Erweiterung der OP-Abteilung, 5,6 Millionen Euro gibt das Land dazu, 620 000 Euro übernimmt der Träger als Eigenanteil. Der Erweiterungsbau, der einen barrierefreien Haupteingang bietet, Liegendkrankenanfahrt, Notfallaufnahme, einen kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, eine Technikzentrale und eine Pflegestation künftig beherbergen soll, kostet 6,4 Millionen Euro. Mainz fördert den Anbau mit 5,9 Millionen Euro, 650 000 Euro muss das Stiftungsklinikum an Eigenmitteln aufbringen. Mit der Sanierung der Patientenzimmer, die zwischen den 50er- und 70er-Jahren entstanden sind, soll die Generalsanierung des Krankenhauses in zwei Jahren abgeschlossen sein.
Innenstaatssekretär Roger Lewentz, der im rechtsrheinischen Kamp-Bornhofen zu Hause ist, ließ seine persönlichen Krankenhauserlebnisse Revue passieren. Nicht nur die Geburt des Sohnes, die er in Boppard miterlebt hat, sondern die eingeschränkten Besuchszeiten sind ihm in Erinnerung geblieben. Dennoch freut auch er sich, dass der Krankenhausstandort Boppard erhalten bleibt und eine grundlegende Sanierung in den nächsten zwei Jahren erfährt. Im Rahmen der Stadtsanierung unterstützt das Innenministerium das 5 Millionen Euro teure Bauvorhaben „Tiefgarage“ mit einer Ausnahmeregelung in Höhe von 75 Prozent. „Die Parkplatzsituation wird sich deutlich verbessern“, ist Lewentz überzeugt. Für die neuen Parkplätze, die ab der touristischen Saison 2012 genutzt werden können, muss allerhand Erdreich bewegt werden. Insgesamt 12 000 Kubikmeter werden nach dem Abriss des ehemaligen „Central-Cafés“ für den Bau der Tiefgarage abtransportiert. Mitarbeiter des Krankenhauses und der Stadtverwaltung sowie Patienten und betroffene Bürger müssen daher einige Unannehmlichkeiten während der Bauphase in Kauf nehmen.
Die Baustellenbedingungen sind innerorts sehr beengt. „Der Bauablauf stellt daher eine logistische Herausforderung dar, weil der Krankenhausbetrieb in vollem Umfang weitergeht. Die Umbauarbeiten im laufenden Betrieb sind mit einer Operation am offenen Herzen zu vergleichen“, sagte Lutz Hecht, Geschäftsführer des Stiftungsklinikums. Umfangreiche Provisorien, Staubschutzwände und Hygienemaßnahmen seien daher während der Bauzeit erforderlich. Dennoch sind alle Beteiligten zuversichtlich, dass verbesserte Arbeits- und Unterbringungsmöglichkeiten den Krankenhausstandort Boppard deutlich aufwerten und die Parkplatzsituation sich durch den Neubau der Tiefgarage entspannen wird.
Suzanne Breitbach