Nach 22 Jahren im Evangelischen Stift wurde der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, Dr. Bernd Böhm (Mitte), in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin ist Priv.-Doz. Dr. Beate Schoch. Sie leitet in Zukunft die Klinik gemeinsam mit Dr. Hans-Hermann Görge.
In einer großen Feierstunde mit rund 250 Gästen wurde der Chefarztwechsel im Stiftungsklinikum Mittelrhein gefeiert. Geschäftsführer Dr. Johann Paula dankte Dr. Böhm für seine Arbeit als Chefarzt und Ärztlicher Direktor. „Sie haben die Abteilung aufgebaut und zu einem Zentrum neurochirurgischer Qualitätsmedizin zwischen Rhein-Main und Köln-Bonn geführt.“ Außerdem habe er von ihm erstmals den Begriff der „Stifts-Familie“ gehört. „Für Sie war es selbstverständlich, diese Grundhaltung auch in das Stiftungsklinikum und über die drei Standorte Koblenz, Boppard und Nastätten hinweg zu erhalten.“ Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Schneidewind sprach die Laudatio. Neben seiner ärztlichen Fähigkeiten und seiner hervorragenden „Teamarbeit“ lobte Schneidewind auch das große Engagement für die Kunst, denn die Ausstellungen von „Kunst im Stift“, wurden von Dr. Böhm mit ins Leben gerufen. „Sie haben dem SKM nachhaltig weiter wirkende Inspirationen vermittelt. Damit haben Sie den Namen Gesundheitszentrum mit Leben erfüllt.“ Nachhaltige Wirkung attestierte ihm auch der Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Beide verbindet unter anderem die Vorliebe zur Kunst. „Du hast hier Spuren hinterlassen“, diese seien maßgeblich darin verdeutlicht, dass ein neues Gotteshaus mit einem außer-gewöhnlichen Fenster gebaut wurde. Durch Dr. Böhms Freundschaft mit dem renomierten Künstler Markus Lüpertz war es gelungen, dass die Kapelle jetzt über ein einmaliges Kunstwerk verfügt. Hier ist der Namenspatron des Stifts „St. Martin“ in einem beein-druckendem Glasfenster dargestellt.
Von Geschäftsführer Lutz Hecht wurde Dr. Böhm die goldene Ehrennadel überreicht bevor die Privatdozentin Dr. Beate Schoch offiziell von Dr. Paula willkommen geheißen wurde. Die neue Chefärztin arbeitete bereits seit Anfang des Jahres zusammen mit den beiden Chefärzten Dr. Bernd Böhm und Dr. Hans-Hermann Görge in der Klinik für Neurochirurgie. Mit dieser Maßnahme hatte das Stiftungsklinikum frühzeitig die Weichen für die Nachfolge von Dr. Böhm gestellt. „Es ist Ihr Engagement, es ist die Tatsache, dass Sie das Herz am rechten Fleck haben und es ist die fachliche und intellektuelle Bereicherung die unsere Mannschaft durch Sie erhalten hat“, so Dr. Paula. „Es ist schön, dass Sie hier sind.“
Prof. Dr. Dietmar Stolke, Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Essen, war eigens nach Koblenz gereist, um die Rede für seine ehemalige Kollegin zu halten. „Sie hat bei uns Führungseigenschaften bewiesen in ihrem Verantwortungsbereich und gezeigt, dass Führung eine Kunst ist, die auf Charakter, Können und einer auf geistiger Kraft beruhenden schöpferischen Tätigkeit fußt. Eingedenk der Fähigkeiten, der Ausbildung und all der guten Charaktereigenschaften Ihrer neu gewählten Chefärztin für Neurochirurgie haben Sie hier in Koblenz eine gute Wahl getroffen.“
PD Dr. Beate Schoch ist Fachärztin für Neurologie und Neurochirurgie und Privatdozentin an der Universitätsklinik in Essen. Dort hat sie auch die letzten 17 Jahre gearbeitet. Ihre Lehrtätigkeit in Essen wird sie weiterhin, wenn auch im eingeschränkten Umfang, ausüben. Ein Schwerpunkt ihrer medizinischen Tätigkeit der letzten Jahre lag auf der Betreuung neurochirurgischer Patienten auf der Intensivstation. „Ein Haus der Schwerpunktversorgung wie das Stiftungsklinikum bietet die Möglichkeit Patienten umfassend zu betreuen. Nahezu das gesamte Spektrum der Neurochirurgie, aber auch viele andere für unser Fach wichtige Fachdisziplinen sind hier vorhanden. Mir ist die ganzheitliche Behandlung der Patienten sehr wichtig,“ sagt Dr. Schoch, die neben ihren beiden Fachärzten auch eine intensivmedizinische und psychotherapeutische Ausbildung hat. Die neue Chefärztin freut sich auf die Herausforderung in Koblenz. „Die Arbeit wird etwas andere Schwerpunkte bekommen als in einer Universitätsklinik, in der neben der Patientenversorgung auch noch Forschung und Lehre dazukommen. Koblenz ist auch in anderer Hinsicht für mich ideal. Zum einen ist es nicht so weit zu meiner alten Wirkungsstätte im Ruhrgebiet, zum anderen bin ich näher an meiner alten Heimat,“ sagt die gebürtige Ravensburgerin.