Das ARD Morgenmagazin war am 1. September in unserem Altenheim in Koblenz. Thema: Benotung der Seniorenhäuser durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung). Aufgrund des überdurchschnittlich guten Abschneidens unserer drei Häuser hat sich das Fernsehen entschlossen, in unserem Haus einen Beitrag zu drehen. Dieser wurde am 2. September ausgestrahlt.
Toller Teamgeist - Jeder arbeitet für jeden
2009 vereinbarten die Spitzenverbände, die mit der Betreuung von alten Menschen in Deutschland betraut sind, auf Bundesebene ein Verfahren zur Überprüfung aller Senioreneinrichtungen und ambulanter Dienste. Erstmalig wurde in allen Bundesländern dieses Überprüfungs- und Kontrollverfahren 2009 eingesetzt. Es wies aber erhebliche Mängel auf. Nach erster Überprüfung und Beheben einiger Schwachstellen wurde das Verfahren für 2010 „frei gegeben“, obwohl sich alle Beteiligten darüber einig waren, dass dieses Verfahren zur Überprüfung der Qualität in stationären und ambulanten Einrichtungen weiter verbessert werden muss. Die medizinischen Dienste in den einzelnen Bundesländern haben die Aufgabe erhalten, alle stationären Einrichtungen und ambulante Pflegedienste nach diesen Vorgaben zu überprüfen. Es gibt zwischen den einzelnen Bundesländer sehr deutliche Unterschiede in der Bewertung durch die Medizinischen Dienste. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Kranken- und Pflegekassen in Rheinland-Pfalz prüfen gesetzestreu, was dazu führt, dass unser Land im bundesweiten Vergleich in der ambulanten Pflege den schlechtesten Durchschnitt und in der stationären Versorgung den drittschlechtesten Durchschnitt aufweist.
Auch unsere Einrichtungen im SKM wurden überprüft. Wir erzielten Ergebnisse, die deutlich besser als der Landesdurchschnitt sind. Stiftmobil konnte das Verfahren mit der Durchschnittsnote 1,9 abschließen. Für einen ambulanten Pflegedienst ein hervorragendes Ergebnis. Unsere stationäre Alteneinrichtung in Koblenz erhielt die Note 1,2, unser Seniorenhaus in Boppard - trotz schwieriger baulicher Bedingungen - eine 1,3 und unser Paulinenstift in Nastätten wurde sogar mit einer 1,0 bewertet. Der Landesdurchschnitt für Rheinland-Pfalz liegt bei 2,4. Damit haben unsere Häuser im Vergleich mit anderen Einrichtungen die Nase ganz weit vorne.
Was führte zu diesen sehr guten Ergebnissen?
Nach der Fusion im Jahre 2003 standen die Mitarbeiter vor der Aufgabe, ein Konzept für alle Altenhilfeeinrichtungen zu erarbeiten, welches gleiche Bedingungen schafft, aber auch gleichzeitig die individuellen standortspezifischen Vorgaben berücksichtigt. Um diese Aufgabe erfüllen zu können und der gemeinsamen Arbeit Struktur und Ordnung zu geben, haben sich die Verantwortlichen auf ein Qualitätsmanagementsystem, nämlich die damalige ISO 2001:2000 als Methode und roten Faden zur Vorgehensweise geeinigt. Von einer Arbeitsgruppe, die aus den Leitungen aller Einrichtungen bestand, wurden nun unter Vorgabe der ISO-Norm alle Strukturen und Prozesse hinterfragt, neu erarbeitet, implementiert, Mitarbeiter geschult und Prozesse wieder evaluiert. Bereits im November 2005 konnte die gesamte Altenhilfe am SKM nach ISO 9001-2000 erfolgreich zertifiziert werden. Seit diesem Zeitpunkt findet jedes Jahr im Oktober ein Überwachungsaudit statt. 2008 wurde der gesamte Bereich rezertifiziert. Nach erfolgreicher Rezertifizierung stellte sich die Frage, wie sich das Unternehmen weiter entwickeln kann, ohne auf die Struktur von ISO zu verzichten. In Gesprächen mit der Geschäftsführung entschied man sich für das EFQM-Modell. Das EFQM-Modell für Business Excellence ist ein Unternehmensmodell, das eine ganzheitliche Sicht auf Organisationen ermöglicht. Es wurde als Antwort Europas auf den in den USA hoch geschätzten Malcolm Baldrige National Quality Award und den japanischen Deming-Preis von der EFQM entwickelt. Es bietet Organisationen Hilfestellung für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung von umfassenden Managementsystemen. Die Unternehmen nutzen es als Werkzeug, um auf Grundlage von Selbstbewertungen Stärken und Verbesserungspotentiale zu ermitteln, anzuregen und ihren Geschäftserfolg zu verbessern.
Das einfache Modell umfasst die drei Säulen:
- Menschen
- Prozesse
- Ergebnisse
Menschen arbeiten in Prozessen/Abläufen und erwirtschaften Ergebnisse, die wiederum Menschen zugute kommen.
Alle Leitungsmitarbeiter erhielten Schulungen nach dem EFQM-Modell sowie im Projektmanagement. Nach dem Aufbau eines eigenen Projektmanagements und dem Abschluss der Schulung der Leitungsmitarbeiter wurde ein 5-Jahres-Buisnessplan für die Altenhilfe entwickelt, wonach die Strategieziele bis 2013 festgelegt wurden. Das Qualitätsmanagementmodell EFQM dient als Methode zur strategischen Unternehmensentwicklung und hilft die auf die einzelnen Jahre runter gebrochenen Ziele tatsächlich zu erreichen. Die Darstellung der Jahresergebnisse, der Kennzahlen und der Zielerreichungsgrade erfolgt mit Hilfe der Balanced Scorecard.
Im Jahr 2009 fand die erste offizielle Selbstbewertung nach EFQM statt und die dort erzielten Punkte und Ergebnisse waren Bestätigung der bisherigen QM-Arbeit und Wegweiser zugleich. Parallel zu der externen Bewertung nach ISO, die auch beibehalten wird, wird im September dieses Jahres das Audit zur ersten formalen Stufe im EFQM „Committed to Excellence“ stattfinden und hoffentlich wird das Team auch dieses Ziel erreichen. Ein Vertreter der Initiative „Ludwig Erhard-Preis“ wird die Vorgaben auditieren.
Das sehr gute Ergebnis durch den MDK sowie die guten Unternehmensergebnisse und das anspruchsvolle Qualitätsmanagement sind nicht zuletzt Ausdruck einer kontinuierlichen Entwicklung, einer methodischen und nachhaltigen Verfolgung gesteckter Ziele und einem tollen Teamgeist. Jeder arbeitet für jeden und jedes Standortergebnis ist Ausdruck der gemeinsamen Arbeit.
Den Mitarbeitenden in der ambulanten Pflege und den stationären Einrichtungen am SKM gebührt ein großes Lob.