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16. Juni 2010  |   

Palliativstation schafft mehr Lebensqualität

NASTÄTTEN. Die noch junge Palliativstation im Stiftungsklinikum Mittelrhein (SKM) in Nastätten ist offensichtlich auf einem guten Weg. Zu einem dritten Forum Palliativmedizin waren fast 100 Interessierte in den Saal des Seniorenhauses gekommen. In seiner Begrüßung freute sich Stadtbürgermeister Emil Werner als Schirmherr über die "überwältigende Resonanz". Stadt und Region seien dem SKM dankbar für diese wichtige Einrichtung.

Ganzheitliche Versorgung

Als Leitender Arzt der Station und Chefanästhesist unterstrich Dr. Thomas Rösel die Bedeutung einer ganzheitlichen Betreuung des Patienten und dessen Angehörigen durch die ambulante wie stationäre Medizin und Pflege, durch Sozialstation, Seelsorge und auch Hospizarbeit. Die Palliativmedizin sei die aktive, ganzheitliche Behandlung von Menschen mit einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung und diene in erster Linie der Verbesserung der Lebensqualität.

Über "Luftnot in der Palliativmedizin" sprach Privatdozent Dr. Klaus Kienast, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie an der Bad Emser Hufelandklinik. Allgemein verständlich stellte er die diversen Erkrankungen der Atmungsorgane vor und die Möglichkeiten der Symptomlinderung durch hochmoderne Verfahren und Geräte. Eine Sauerstofflangzeittherapie könne, zusammen mit tragbaren Systemen, die dem Patienten ein Stück Mobilität erhalten, mehr Lebensqualität schaffen.

Pflegeleiter David Brenner umriss die Entwicklung der am 15. Oktober 2008 "unspektakulär" eröffneten Station, die bis zur Fertigstellung des Krankenhausanbaus im Seniorenheim untergebracht ist. Individuelle Pflege und eine wohnliche Atmosphäre helfen, die Patienten zu stabilisieren und weitgehend wieder fit zu machen für die häusliche Betreuung. Seine Statistik untermauerte eindrucksvoll, dass die meisten der unheilbar Kranken die Station wieder gestärkt verlassen können.

Eine Überraschung präsentierte Sanitätsrat Dr. Eckhard Schüler (Foto rechts) als Vorsitzender des Fördervereins: Durch eine Spende Angehöriger und aus Vereinsmitteln konnte er der Station zwei Schecks über insgesamt 10 000 Euro überreichen. Stationsleiter David Brenner nahm sie dankbar entgegen.

"Palliativmedizin im Dialog" nannte sich ein anschließendes Forumsgespräch mit Dr. Jörg Schmitz, Zweiter Vorsitzender des Palliativnetzes Rhein-Lahn und betreuender Hausarzt auf der Station. Jürgen Ackermann als Leiter der Diakonie-Sozialstation in Nastätten beklagte die Zeitnot der Betreuer, die durch gutes Zusammenwirken jedoch vermindert werden könne.

 

"Schutzmantel" für Kranke

Renate Schulz-Quennett ist die Vorsitzende der Hospizdienste Rhein-Lahn. Sie berichtete über die ehrenamtliche Sterbebegleitung und warb um weitere Mitstreiter. Diakon Peter Fischer vom Kloster Schönau bezeichnete die Palliativmedizin und die Hospizarbeit als einen "Schutzmantel" für den Schwerkranken. Medizin und Pflege müssten Hand in Hand gehen mit psychologischer Hilfe und Seelsorge.

Dr. Schmitz schloss das Forum mit dem Wunsch nach weniger Bürokratie und mehr Zeit für den Patienten. Als Vorsitzender des Nastättener Krankenhausbeirats meldete sich abschließend Dr. Hartmut Fallen zu Wort. Nach 35 Jahren als Internist am Koblenzer Bundeswehrkrankenhaus kennt er die große Belastung und wünschte allen Beteiligten viel Glück bei dieser "gewaltigen Aufgabe".

Winfried Ott


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Jutta Weber 

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