Dieser Winter hat es in sich. So wurden in diesem Jahr nur an vier Tagen in der Bendorfer Wetterstation Temperaturen oberhalb von sechs Grad gemessen. Vielfach kletterte die Quecksilbersäule über mehrere Tage noch nicht einmal über den Gefrierpunkt. Dabei sorgen Eis und Schnee nicht nur bei den Räumdiensten für Dauerstress, sondern auch in den Krankenhäusern.
KOBLENZ. Eis und Schnee haben dazu geführt, dass die Chirurgen in Koblenz und der Region in den vergangenen acht Wochen mehr Patienten behandeln mussten als gewöhnlich. "Infolge witterungsbedingter Stürze hatten wir einen Anstieg der Patientenzahlen von bis zu 15 Prozent", sagt Daniela Schmitz, Leitung Marketing der Stiftungsklinikum Mittelrhein GmbH. Ähnliche Erfahrungen hat man auch in anderen Krankenhäusern in Koblenz und der Region gemacht. "Wir hatten in den vergangenen Wochen schon mehr Patienten, die mit Brüchen an den Sprung- oder Handgelenken sowie an den Unterarmen zu uns kamen. Und Ursache dieser Frakturen waren zumeist Stürze auf Eis und Schnee", so Karin Stahl, Leiterin der Interdisziplinären Notfallambulanz am Gemeinschaftsklinikum Kemperhof Koblenz-Mayen.
Einen zusätzlichen Anstieg hat man im Brüderkrankenhaus darüber hinaus noch über die Karnevalstage registriert. "Die Verbindung von Alkohol und Glätte hat zu einigen bedauerlichen Unfällen geführt. Wir hatten in den vergangenen Tagen so viele Patienten mit Frakturen der Unterschenkel, der Sprunggelenke oder der Oberarme, dass wir sie sogar auf andere Stationen verlegen mussten", sagt Ümit Aydin, Assistenzarzt in der Unfallchirurgie des Katholischen Klinikums in Koblenz. Ob es einen Anstieg im Bundeswehrzentralkrankenhaus gegeben hatte, konnte man dort weder dementieren noch bestätigen.
Betroffen sind von den Frakturen alle Altersgruppen. "Es sind nicht nur ältere Patienten, die bei Eis und Schnee gestürzt sind, sondern wir hatten in den vergangenen Wochen auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, die sich beim Schlittenfahren entsprechende Verletzungen zugezogen hatten", unterstreicht Daniela Schmitz. Trotzdem raten Mediziner Senioren, bei Glätte besonders vorsichtig zu sein. "Knochenbrüche sind ab einem gewissen Alter einfach komplizierter und heilen nicht mehr so gut", so Ümit Aydin.
Bei fast allen witterungsbedingten Unfällen waren Fußgänger die Leidtragenden. "Einen Anstieg von Knochenbrüchen, die auf Verkehrsunfälle zurückzuführen sind, konnten wir bislang eigentlich nicht feststellen", hebt Daniela Schmitz hervor. Wie sich die Entwicklung in den kommenden Wochen gestaltet, ist weiter fraglich, auch wenn der Winter seinen Zenit überschritten hat. Für Bendorf ist beispielsweise für Samstag wieder leichter Frost gemeldet. Wer zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto unterwegs ist, sollte also weiterhin vorsichtig sein. (pka)