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Behandlungsangebot

Wir stellen Ihnen das Behandlungsangebot unserer Klinik in Form von drei wichtigen Fragen vor. Lesen Sie sich die Antworten genau durch, dann bekommen Sie einen Einblick in das weite Spektrum der Psychosomatischen Medizin undPsychotherapie .

Was sind psychosomatische Erkrankungen?

Was ist Psychotherapie?

Welche Krankheiten und Störungen können psychosomatisch behandelt werden?

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Was sind psychosomatische Krankheiten?

Im Gegensatz zur Psychotherapie gibt es für diePsychosomatik keine allgemein gültige und anerkannte Definition. Dennoch kann man versuchen, eine Definition von "psychosomatischen Krankheiten" zu geben: Krankheiten gelten dann als psychosomatisch verursacht oder mit verursacht, wenn seelische Faktoren in der Entstehung eine wesentliche Rolle spielen.

Als psychosomatische Erkrankungen im engeren Sinne bezeichnet man diejenigen Krankheiten, bei denen ein seelischer Einfluss auf Entstehung und Verlauf der Krankheit angenommen wird und es zum Auftreten von organischen Veränderungen (Organschäden) kommt.

Diejenigen psychosomatische Erkrankungen im weiteren Sinne, bei denen keine Organschäden vorliegenden, werden oft auch als "funktionelle Störungen" oder auch als "somatoforme Störungen" bezeichnet.

Neben den psychosomatischen Erkrankungen im engeren und im weiteren Sinne beschäftigt sich die psychosomatische Medizin auch mit Fragen der Krankheitsverarbeitung. Gerade bei bestimmten chronischen Erkrankungen wie beispielsweise beim insulinpflichtigenDiabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder auch bei Tumorerkrankungen bedürfen die Betroffenen oder ihrer Angehörigen vielfach der gezielten Hilfe eines psychosomatisch geschulten Psychotherapeuten (Arzt oder Psychologe).

Psychosomatische Ursachen spielen oftmals bei den folgenden Erkrankungen eine Rolle: Hörsturz, Tinnitus, Asthma bronchiale, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, Colitis ulcerosa und andere entzündliche Darmerkrankungen, Bluthochdruck (insbes., wenn dieser unter "Stress" auftritt), Schilddrüsenüberfunktion, bestimmte Rheumaerkrankungen, Neurodermitis und andere Erkrankungen. Auch bei den EssstörungenAnorexie ("Magersucht") und Bulimie ("Ess-Brechsucht") spielen psychosomatische Faktoren eine wesentliche Rolle.

Unter den funktionellen Störungen (somatoformen Störungen) spielen beispielsweise bei chronischen Kopfschmerzen, bei chronischen Ober- oder Unterbauchschmerzen, beim so genannten Fibromyalgie-Syndrom ("Weichteilrheumatismus") oder bei chronischen Rückenschmerzen psychosomatischen Faktoren oftmals eine Rolle, besonders dann, wenn keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden gefunden werden können.

Gelegentlich, wenn auch selten, kann es sogar zu psychosomatisch verursachten Lähmungen oder zu Störungen der Sinnesempfindungen kommen.

In der Regel werden psychosomatische Erkrankungen mitPsychotherapie behandelt; oft ist es notwendig diePsychotherapie mit organmedizinischen Behandlungen zu kombinieren.

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Was ist Psychotherapie?

Eine bis heute gültige Definition davon, wasPsychotherapie ist, hat 1978 der Wiener Psychotherapeut Hans Strotzka gegeben:Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. (Strotzka, 1978, S.4)

Diese Definition vonPsychotherapie sagt auch, was nichtPsychotherapie ist: Es ist keinePsychotherapie ,

  • wenn keine Störungen oder Krankheiten behoben werden sollen (z.B. in Selbsterfahrungsgruppen, die der persönlichen Weiterentwicklung dienen, Supervisionen, Trainings- oder Coachinggruppen, in allgemeiner Lebensberatung, seelsorgerischer Beratung etc.).
  • wenn "therapeutische Mitteilungen" ausschließlich in der Form von Rundbriefen, Audio- oder Videokassetten etc. verbreitet werden, wenn also eine persönliche Interaktion zwischen dem Patienten bzw. Klienten und dem Psychotherapeuten nicht vorliegt.
  • wenn keine (in einem Konsens erzielte) Vereinbarung zu einerPsychotherapie vorliegt (z.B. sind Beratungsgespräche mit Seelsorgern, Lehrern, Sozialarbeitern, Chefs oder Mitarbeitern keine Psychotherapie).
  • wenn Behandlungen mit Medikamenten oder homöopathischen Arzneimitteln erfolgen oder angeblich wirksame Prinzipien aus paramedizinischen und "esoterischen" Bereichen zur Anwendung gebracht werden ("Bach-Blütentherapie", "Pendeln", "Fernheilung", Astrologie etc.)
  • wenn mögliche Ziele einerPsychotherapie nicht beredet und festgelegt wurden und man sich – beispielsweise – stattdessen immer wieder "zu Gesprächen" verabredet, ohne sich dabei auf ein Ziel hin zu orientieren. Eine gemeinsame Orientierung auf ein Ziel liegt auch bei den vielfältigen Rundfunk- und Fernsehsendungen psychologischen Inhalts in aller Regel nicht vor.
  • wenn an die Stelle bestimmter, auch namentlich bezeichneter therapeutischer Techniken, lediglich die – manchmal mehr, manchmal weniger – charismatische Persönlichkeit des jeweiligen Therapeuten (oder Pseudo-Therapeuten) als therapeutisches Wirkprinzip tritt.
  • wenn keine Theorie und keine überprüfbaren Anschauungen dem eigenen Handeln zugrunde liegen, sondern man sich ausschließlich auf die persönlich gewonnenen oder in einer bestimmten Gruppe tradierten Erfahrungen stützt. Dies gilt auch überall da, wo ein Unterschied zwischen gesundem und gestörtem, normalem und pathologischen Verhalten und Erleben nicht gemacht wird.
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Welche Krankheiten und Störungen können psychosomatisch behandelt werden?

Psychotherapie kann bei einer Reihe verschiedener Krankheiten und Störungen hilfreich sein. Dabei werden die psychogenen Störungen und die psychosomatischen Störungen unterschieden.

Depressionen

Zu den häufigsten mit Psychotherapie behandelbaren psychogenen Störungen zählen: Depressionen als Reaktion auf belastende Lebensumstände (reaktive Depression), fortgesetzte, z.T. Monate oder Jahre anhaltende depressive Zustände (Dysthymie), aus unbewussten, inneren Konflikten resultierende, neurotischeDepression. Als Reaktion auf schwere, aktuelle seelische Traumatisierungen (Überfall, schwerer Verkehrsunfall, Naturkatastrophen etc.) kommt es gelegentlich auch zu einer posttraumatischen Belastungsstörung mit allgemeiner Schreckhaftigkeit, Schlafstörung, wiederkehrenden Albträumen etc. Spezifische Ängste bspw. vor bestimmten Gegenständen oder Tieren (so genannte einfache Phobie), Ängste vor bestimmten Situationen (bspw. im Kaufhaus oder in der Warteschlange, so genannte soziale Phobie), Angsterkrankungen, die mit einer gesteigerten allgemeinen Ängstlichkeit einhergehen (Angststörung) oder mit anfallsartiger Angst von überwältigender Intensität (Panikstörung). Dazu gehören auch die nicht selten Störungen die mit der Angst vor einer Herzerkrankung verbunden sind (Herzangstneurose). Manchmal sind Angststörungen auch mit der Befürchtung verbunden, "verrückt" zu werden.

Zwangserkrankungen

Erkrankungen, die dazu führen, dass man bestimmte Handlungen oder bestimmte Gedanken ständig wiederholen muss, obwohl man weiß, dass dies im Grunde unsinnig ist, so genannte Zwangserkrankungen. Meistens sind Zwangsstörungen mit Befürchtungen verbunden, etwas Schlimmes könnte passiert sein oder passieren, z.B. man könnte jemanden verletzen oder anstecken, oder jemand könnte sterben, wenn man bestimmte Handlungen unterlässt.

Persönlichkeitsstörungen

Einen großen Teil der psychogenen Störungen machen die so genanten Persönlichkeitsstörungen aus, dabei handelt es sich meist um im Charakter fest verwurzelte Erlebens- und Verhaltensweisen, die zum Teil zu erheblichen zwischenmenschlichen Beeinträchtigungen und sozialen Nachteilen führen können. Manche Persönlichkeitsstörungen sind die durch Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle gekennzeichnet. Dies gilt für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Übergroße Trennungsangst, Gefühle von Hilflosigkeit und Inkompetenz und eine in verschiedenen Lebensbereichen auftretende Kraftlosigkeit kennzeichnet die asthenische (abhängige) Persönlichkeitsstörung.

Essstörungen

Zu den häufigsten mit Psychotherapie behandelbaren psychosomatischen Störungen zählen: Die Essstörungen Anorexia nervosa und Bulimie. DieAnorexie (Magersucht) ist durch das trotz ausgeprägter Magerkeit bestehende Gefühl gekennzeichnet, immer noch zu dick zu sein. Sie kann über eine hochgradige Abmagerung zu lebensbedrohlichen Zuständen führen, etwa durch Nieren- oder Herz-Kreislauf-Versagen. Ganz überwiegend sind von dieser Krankheit Patientinnen betroffen. Manchmal wird die Abmagerung dadurch herbeigeführt, dass nur geringste Mengen Essen zu sich genommen werden, manchmal wird das Essen auch wieder erbrochen, oder es werden Entwässerungsmittel oder Abführmittel eingenommen. Die oft bestehende Magerkeit führt in der Regel zum Auftreten von -- manchmal schweren -- Depressionen.

Die Bulimie (Ess-Brechsucht) betrifft ebenfalls überwiegend Frauen und besteht darin, dass aus innerer Anspannung, aus Gefühlen des Unglücklichseins oder der Einsamkeit heraus große Mengen gegessen werden (die z.T. dem Mehrfachen dessen entsprechen, was sonst an einem ganzen Tag gegessen wird), die dann hinterher wieder erbrochen werden. Für die Betroffenen ist dies meist mit großer Scham verbunden, weswegen das Erbrechen meist heimlich geschieht, so dass unter Umständen auch enge Angehörige lange Zeit nichts davon bemerken. Neben der seelischen Beeinträchtigung führt Bulimie oft auch zu körperlichen Schäden, bspw. zu chronischen Entzündungen der Speicheldrüsen oder zu schweren Zahnschäden.

Somatoforme Störungen

Zu den häufigen psychosomatischen Störungsbildern gehören auch die so genannten somatoformen Störungen (früher oft als funktionelle oder vegetative Störungen bezeichnet). Die Somatisierungsstörung ist durch häufig auftretende, dabei auch immer wieder wechselnde körperliche Beschwerden gekennzeichnet, für die sich trotz intensiver Bemühung keine ausreichenden körperlichen Ursachen finden lassen. Häufig ist diese Störung für die betroffenen Patienten mit wiederholten Enttäuschungen verbunden, wenn sie immer wieder hoffen, eine körperliche Ursache für ihre Beschwerden könne gefunden werden. Eine besondere Form der somatoformen Störung ist die hypochondrische Störung, bei der im Zentrum die Befürchtung steht an einer noch unerkannten, schweren Erkrankung zu leiden (z.B. Krebs) und auch die somatoforme Schmerzstörung, bei der chronische Schmerzen im Zusammenhang mit inneren Konflikten und gefühlsmäßigen Belastungen auftreten, die durch körperliche Störungen nicht erklärt werden können.

sexuelle Funktionsstörungen

Im weiteren Sinne zu den mitPsychotherapie behandelbaren psychosomatischen Störungen gehören auch die sexuellen Funktionsstörungen, mit den häufigsten Formen der Störung der sexuellen Erregung (z.B. Impotenz), der Unfähigkeit, Sexualität als genussvoll zu erleben (sexuelle Anhedonie, Lustlosigkeit) oder dem Verlust sexuellen Verlangens.

Colitis ulcerosa, Bronchialasthma, etc.

Schließlich gehören zu den psychosomatischen Störungen auch diejenigen körperlichen Erkrankungen, bei denen seelische Faktoren eine Rolle spielen entweder für die Aufrechterhaltung der Krankheit oder auch für das Auftreten von Krankheitsschüben. Dies gilt z.B. für die Colitis ulcerosa, und für manche Formen von Bronchialasthma und andere Erkrankungen.

Letzte Änderung dieser Seite: 04.06.2012

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